Rehaziel Erreicht!

Bis vor ein paar Tagen war ich an der Ostsee in einer Rehaklinik für Onkologie. Wie ihr ja vielleicht bereits wisst, hatte ich ein Melanom und bin zur zweiten Reha durchgestartet. Ein Melanom ist umgangssprachlich der "schwarze Hautkrebs". Dieser ist sehr gefährlich, denn der Krebs ist bekannt dafür schon in den ersten Stadien zu metastasieren. Bei mir war das zum Glück nicht der Fall, ich bin mit einem blauen Auge davongekommen.

 

Ja, ich liebe die Sonne und es viel mir sehr schwer meine Sonnengewohnheiten zu verändern. Ich bin ein eher nordischer, heller Hauttyp und früher bin ich gerne unter das Solarium gegangen, oder habe mich gar nicht, oder mit einem eher geringen Lichtschutzfaktor eingecremt und in der Sonne vor mich hin gebraten. Das mache ich heute nicht mehr. Ich laufe nicht schreiend vor der Sonne weg, aber creme mich mindestens mit Lichtschutzfaktor 30, oder 50 ein und suche eher den Schatten, oder Halbschatten. Das Solarium ist für mich völlig Tabu. Da ich leider sehr viele Muttermale habe, gehe ich natürlich regelmäßig zum Hautarzt und lasse diese untersuchen. Wenn man einmal diese große Sorge und Angst um sein Leben hatte, macht man das alles gerne. Mir ist bewusst geworden, wenn auch mein Leben nicht perfekt ist, ich hänge doch sehr an meinem Leben.

Seitdem achte ich mehr auf mich und versuche möglichst viele Dinge zu erleben, die mir gut tun und trenne mich von Menschen und gehe Situationen aus dem Weg, wo ich weiß, dass sie mir nicht gut tun.

 

Eine Rehabilitation hingegen tut mir sehr gut. Ich hatte 3 Wochen viel Zeit für mich, mit tollen Anwendungen, viel Sport und eine ganz, ganz tolle Ernährungsberatung. Zusätzlich wurde den Patient*innen auch einiges an Ausflugsmöglichkeiten geboten. Je nachdem, wie fit man war, konnte man an diesen Ausflügen teilnehmen. Mit einer Mitpatientin habe ich mir Kappeln, Eckernförde, Flensburg und, unser absolutes Highlight, die Insel Römö in Dänemark angeschaut.

 

Mein Ziel war es, wieder fitter zu werden, mich mit einem Psychoonkologen über meine Krankheit auszutauschen und meine Krankheitsgeschichte (besser) verarbeiten zu können. Desweiteren war es mir wichtig, Gewicht zu verlieren, um mich in meinem Körper wohler zu fühlen. Was soll ich sagen, ich habe meine Ziele erreicht und bin stolz auf mich.

Vielen Menschen ist das Essen ja sehr wichtig (mich eingeschlossen!) und auch hier gibt es keinen Grund für mich, etwas zu beanstanden. In den ganzen 3 Wochen gab es lediglich ein Mittagsgericht, was mir nicht geschmeckt hat. Das ist völlig vertretbar, wie ich finde. Das Frühstück war für mein Empfinden immer Spitze. Ich bin Laktoseintolerant und bekam hier jeden morgen laktosefreie Produkte. Ich habe mein Müsli morgens genossen, aber es gab auch Brötchen, oder Brot. Hier wurden wir Patienten wirklich gut umsorgt.

 

Leider hatte ich mit meinen Ärzten etwas Pech und habe mich in dem Fall nicht gut aufgehoben gefühlt. In dieser Klinik wurde ganz oft gesagt, dass, wenn irgendetwas ist, man bitte sofort einen Termin bei seinem behandelnden Arzt machen soll. Egal was ist, wir Patienten wurden eingeladen das Gespräch zu suchen. Bei mir war das am Ende der ersten Woche der Fall. Ich hatte eine Frage zu einem Medikament, bzw. wollte mir eines verschreiben lassen. Von der Schwester im Stationszimmer bekam ich dann auch einen Termin. Als ich dann im Arztzimmer saß, war mein Arzt total genervt und gestresst. Im Gespräch klopfte es kurz an der Tür und die Schwester kam ins Zimmer. Mein Arzt daraufhin zu ihr: "Wenn du mir hier jetzt noch einen (Patienten) reinsetzt, erschlage ich dich!". Ich habe mich nach dieser unqualifizierten Bemerkung so schlecht und mies gefühlt... Als Patient und als Mensch nicht wahrgenommen und abgewertet. Das darf doch gerade in einer Onkologischen Klinik nicht sein! Ich kenne das auch aus meinem Beruf, dass ich Stress habe und genervt bin, aber vor meinen Klienten so eine Äußerung?! Unmöglich!

Nach einer Beschwerde konnte ich den Arzt wechseln und das war dann auch okay für mich.

 

Zum Glück habe ich ein paar sehr liebe Menschen kennengelernt, die mich sehr gut aufgefangen haben. Wir hatten ernste Themen zu besprechen. Die Krankheit Krebs ist sehr ernst- es geht um Leben und Tod, aber wir haben auch sehr viel gelacht- bis die Tränen kullerten und die Bäuche vor Lachen schmerzten. Das war Balsam für die Seele und einfach schön!

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Stefan Berleth (Sonntag, 24 September 2017 09:16)

    Hallo Simone,
    es freut mich sehr für Dich das die Reha deinen Erwartungen im grossen und ganzen erreicht wurden. Ich finde es auch super, dass Du über die Krankheit jetzt auch so sprechen kannst.

    Gruß Stefan