Individualdistanz #1

Individualdistanz, oder Individualabstand ist laut Definition ein Begriff aus der Verhaltensbiologie. Man versteht darunter diejenige Entfernung unter Individuen der gleichen Art, die noch ohne Ausweich- oder Angriffsreaktion geduldet wird. Von Individualdistanz wird eigentlich im Tierreich gesprochen. Die Individualdistanz ist artspezifisch, jedoch auch von Umständen wie Jahres-und Tageszeit, Rangordnung oder Balz abhängig. Außerdem können Unterschiede in der Individualdistanz zwischen verpaarten und unverpaarten Tieren, Männchen und Weibchen oder zwischen Alt- und Jungtieren auftreten. In einigen Situationen wie Begattung, Brutpflege oder Kampf kann die Individualdistanz auch auf Null sinken.

 

 Auf dem Menschen übertragen, könnte man den Begriff der Individualdistanz mit dem Begriff der Intimen Zone gleichsetzen. Mir hingegen gefällt der Begriff der Individualdistanz sehr viel besser und ich übertrage ihn auf meinen Alltag.  

 

Ja, ich stelle in meinem Alltag häufig fest, dass es Arten unter meinen Mitmenschen gibt, die ich einfach nicht verstehen kann. In ihrem Denken und Handeln, in ihrer Gesinnung. Selbstdarsteller, Egoisten und auch Blender. Man trifft sie überall, auf der Arbeit, im Supermarkt, oder auch in der Muckibude.

 

Ab und an kommt es schon mal vor, dass man von der anderen Art angesprochen wird und das gesprochenen Wort oder die Tat die eigene Individualdistanz überschreitet. Auch schon im letzten Jahr war das bei mir sehr häufig der Fall und ich habe durch diverse Überschreitungen meiner Individualdistanz, durch andere,  sehr viele Federn gelassen. Ich bin mir sicher, dass gewisse Situationen in jedem Alltag zu finden sind, denn diese spezielle Spezies ist unter uns sehr weit verbreitet. Ich habe mich sehr oft gefragt, wie ich mich vor dieser Spezies schützen kann?

Der erste Schritt ist getan, wenn man diese Energieräuber identifiziert hat und man einen Bogen um sie macht. An sich selbst arbeiten, damit man sich wohler fühlt und ein Schutzschild wachsen kann. Das einen diese äußeren Einflüsse, die man nicht ändern kann, ja, auf die man keinen Einfluss hat, nicht so aus der Bahn werfen.

 

 

 

 

Ich habe kein Erfolgsrezept, leider, aber ich starte ein Experiment!

Ich mache mir viele Gedanken und probiere aus. Im letzten Jahr habe ich bereits damit angefangen, meine Energieräuber zu identifizieren und zu eliminieren. Das ist oft nicht leicht, denn Energieräuber halten sich auch hartnäckig im näheren Umfeld auf, so dass man ihnen nicht immer aus dem Weg gehen kann.

 

Dieses Jahr habe ich meine Ernährung umgestellt, wieder mit Fitness angefangen und werde von der Pike auf, zusammen mit einem Therapeuten in wöchentlichen Einzelsitzungen, Autogenes Training lernen. Es geht darum, sich äußerlich und innerlich gut zu fühlen und den Geist auch mal ruhen zu lassen. Ich muss das erst lernen, ich mache mir viele, viele Gedanken. Wird sich dann die Individualdistanz meinen Mitmenschen gegenüber verändern? Die ersten Schritte sind gegangen und ich bin gespannt, wie mein Weg weitergeht.

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